Kaisergruft (Kapuzinergruft)

Aktualisiert am Februar 15, 2021
Kaisergruft (Kapuzinergruft)

Die Kaisergruft, auch Kapuzinergruft genannt, liegt im Untergeschoß der Kapuzinerkirche in der Altstadt von Wien.

Sie ist seit 1617 die Grabstätte der Habsburger. Die Familie Habsburg benutzt sie bis zum heutigen Tag.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu den bestatteten Persönlichkeiten, Eintrittspreisen und der Geschichte.

Was kann ich in der Kaisergruft sehen?

Was kann ich in der Kaisergruft sehen

In der Kaisergruft ruhen die sterblichen Überreste von 12 Kaisern und 19 Kaiserinnen und Königinnen aus dem Hause Habsburg und deren Familienmitgliedern sowie einer Nicht-Habsburgerin. Sie ist die letzte Ruhestätte von insgesamt 150 Verstorbenen, darunter Kaiserin Elisabeth (Sisi), Kaiser Franz Joseph, Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Leopold.

Besucher können in dem außergewöhnlichen Gewölbesystem aus zehn Räumen reich verzierte sowie schlichte Sarkophage, Herzrunen und Grabmonumente der Habsburger betrachten.

Die einzelnen Räume lassen sich in 9 unterschiedliche Gruften aufteilen und spiegeln jeweils die Epoche ihrer Entstehung wider.

Besonders sehenswert sind die Karlsgruft sowie die prachtvoll ausgestattete Maria-Theresien-Gruft. Beide zeichnen sich durch einen anmutigen Rokokostil aus.

Bei Ihrem Streifzug durch 400 Jahre österreichischer und europäischer Geschichte können Sie zudem mehr über die Vergangenheit des berühmten Hauses Habsburg erfahren.

Berühmte Sarkophage in Vienna in Austria

Berühmte Sarkophage

  • Kaiserin Elisabeth „Sisi“: Die Kaiserin der Herzen befindet sich in der „Franz-Josephs-Gruft“, gleich neben den Sarkophagen ihres Mannes und Sohnes Rudolf. Ihr Sarg ist stets mit Blumen geschmückt.
  • Kaiser Franz Joseph I: Der Sarkophag von Kaiser Franz Joseph I. in der „Franz-Josephs-Gruft“ wirkt als Symbol der Unantastbarkeit und menschlicher Einsamkeit. Er ruht auf einem weißen Marmorsockel und überragt die Sarkophage seiner Gemahlin Sisi und seines Sohnes Rudolf. Die Nüchternheit dieser Gruft entspricht dem Sezessionismus, der künstlerischen Stilperiode jener Zeit.
  • Kaiserin Maria Theresia: Besonders prunkvoll ist der Doppelsarkophag der Kaiserin Maria Theresia, in dem sie gemeinsam mit ihrem Gatten Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen ruht. Zahlreiche plastische Figuren zieren den Sarg. An den Seiten finden sich Reliefs, die politische und militärische Ereignisse aus dem Leben des Kaiserpaares darstellen. Der Sarkophag liegt in der vergleichsweise pompösen Maria-Theresien-Gruft, die im Stil des Rokoko gehalten wurde.
Eintritt, Ticket & Preis

Eintritt, Ticket & Preis

  • Ticket: Der Eintritt für Erwachsene beträgt 7,50€. Jugendliche unter 18 Jahren zahlen 4,50€. Kinder unter 6 Jahren genießen freien Eintritt. Eine detaillierte und aktuelle Ticketübersicht finden Sie hier.
  • Jahreskarte: Eine Jahreskarte ist für 26,50€ erhältlich. Jugendliche zahlen für die Jahreskarte 16€.
  • Führung: Interessierte können sich bei einer Führung eingehender mit der Kapuzinergruft und der Geschichte der Habsburger befassen. Die Führungen dauern in der Regel eine Stunde. Alle aktuellen Führungen finden Sie hier.

Begräbnisritual der Habsburger

Anklopfzeremonie

Ein besonderes Begräbnisritual hat sich im Laufe der Zeit bei den Habsburger-Begräbnissen entwickelt: die sogenannte Anklopfzeremonie. Auch wenn kein schriftliches Bestattungsprotokoll der Habsburger das Ritual belegt, so wurden zuletzt Kaiserin Zita 1989 und ihre beiden Söhne nach diesem Zeremoniell bestattet.

Wenn der Trauerkondukt vor der Kapuzinerkirche ankam, vollzog sich folgende Anklopfzeremonie:

Der Zeremonienmeister klopfte drei Mal an die Pforte der Kapuzinerkirche, woraufhin der Kustos der Kaisergruft antwortete: „Wer begehrt Einlass?“ Der Zeremonienmeister nannte daraufhin die Titel des jeweiligen Kaisers, Erzherzogs bzw. der Kaiserin oder Erzherzogin der Familie Habsburg. Die Antwort von innen lautete: „Wir kennen ihn/sie nicht“, worauf sich das Ritual weitere zwei Mal wiederholte. Beim dritten Mal antwortete der Zeremonienmeister jedoch auf die Frage, wer Einlass begehre, lediglich mit dem Vornamen und dem Beisatz „ein sterblicher sündiger Mensch“. Erst danach kam die Erwiderung: „So komme er/sie herein!“, womit sich die Pforte öffnete und der Sarg in die Kaisergruft zur letzten Ruhe gebettet wurde.

Hintergrund dieses Zeremoniells ist die Glaubensüberzeugung, dass der Mensch ohne Titel, Würden, Ehrungen oder Auszeichnungen vor Gott trete, sondern nur mit seinem Glauben und den daraus entsprungenen guten Taten.

Getrennte Bestattung

Ein weiteres Ritual der Habsburger ist, dass Körper, Eingeweide und Herz der Habsburger getrennt bestattet wurden.

Die Herzen der Habsburger wurden so von 1654 bis 1878 in Silberbehältern in der Herzgruft in der Augustinerkirche beigesetzt. Die Eingeweide wurden zeitweise in der Herzogsgruft des Stephansdoms bestattet.

Geschichte

Geschichte

Der Bau des Kapuzinerklosters und der dazugehörigen Gruft geht auf eine Verfügung der Kaiserin Anna aus dem Jahr 1617 zurück. Der Bau der Gruft verzögerte sich aufgrund des Dreißigjährigen Krieges und konnte erst 1633 fertiggestellt werden.

Kaiserin Anna und ihr Gatte Mathias erhielten im gleichen Jahr die ersten Gräber in der Gruft.

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte und Jahrhunderte wurde die Gruft immer weiter ausgebaut. Insgesamt wurde sie acht Mal erweitert sowie modernisiert. 1909 erhielt die Kaisergruft elektrisches Licht. Auch eine Klimaanlage wurde hinzugefügt.

Nicht alle Sarkophage blieben über die Jahre erhalten. Auch mussten manche Bestatteten umgebettet werden.

Zuletzt wurde im Jahr 2011 Otto von Habsburg, Sohn des letzten Kaisers Karls I., in der Kaisergruft bestattet. Heute befindet sich in der Gruft nur noch Platz für ein weiteres Grab. Die Entscheidung, wer dies erhält, bestimmt die Familie Habsburg.

Kontakt

  • Adresse: Tegetthoffstraße 2, 1010 Wien
  • U-Bahn: U1, U3 Stephansplatz, U1, U2, U4 Karlsplatz
  • Öffnungszeit: Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie auf der Homepage der Kaisergruft.   

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