Stephansdom

Aktualisiert von Gizem, 02/15/2021

Der Stephansdom ist das Zentrum von Wien.

Er steht in der Mitte des Ersten Bezirk, der einmal von den Stadtmauern umgeben war, und bildet somit das Herz des alten Wien.

Von den Einheimischen liebevoll „Steffl“ genannt, ist die Domkirche St. eines der Wahrzeichen der Stadt.

Neben der atemberaubenden Architektur, bei der der gemusterte Ziegeldach und der 136 m hohe Südturm heraussticht, beeindruckt die Mutterkirche der römisch-katholischen Erzdiözese Wien auch mit seinem Domschatz, der besten Aussicht in der Altstadt und den Katakomben, in denen die Gebeine habsburgischer Würdenträger ruhen.

Der Eintritt in den hinteren Bereich des Stephansdom ist kostenlos, jedoch können die Katakomben, der Südturm und der Nordturm nur gegen eine Eintrittsgebühr besichtigt werden.

Im Folgenden gehen wir auf alle wichtigen Punkte näher ein.

Kathedrale St. Stephan

Kathedrale St. Stephan in Vienna in Austria

Der Eintritt in den hinteren Bereich der Kathedrale ist kostenlos.

Bevor Sie den Innenbereich der Kathedrale jedoch betreten, richten Sie Ihren Blick auf das reich verzierte Eingangstor im romanischen Stil mit dem Namen „Riesentor“. Diesen Namen verdankt es dem Schenkelknochen eines Mammuts, der im 15. Jahrhundert dort jahrzehntelang hing. Zusammen mit den beiden Heidentürmen, die das Tor flankieren, bildet es den ältesten Teil der Domkirche.

Den atemberaubenden Innenraum, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert. wurde, können Sie auf eigene Faust oder bei einer öffentlichen Domführung erkunden. Die 30-minütigen Domführungen werden täglich gegen eine Gebühr angeboten.

Unzählige architektonische Details verbergen sich im Inneren der Kathedrale. Besonders sehenswert ist der frühbarocke Hochaltar, welcher die Steinigung des Heiligen Stephan zeigt. Dieser stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde in einer 7-jährigen Bauphase errichtet. Weitere 17 Altäre befinden sich an den Seitenschiffen und Pfeilern, einige von ihnen stammen aus dem Hochmittelalter.

Bewundern Sie auch die meisterliche Kanzel, die mittelalterlichen Kirchenfenster hinter dem Hauptaltar sowie die zahlreichen kleinen Kapellen, von denen sich besonders die Valentinskapelle sowie die Taufkapelle hervorheben.

Highlight ist aber der spektakuläre Domschatz von St. Stephan, der aus über hundert wertvollen Reliquien, zahlreichen Meisterwerken der sakralen Malerei, Kunstwerke aus Gold, Silber und Edelsteinen, Skulpturen, Gemälden und vielem mehr besteht. Besucher genießen auch einen grandiosen Blick in die Domkirche. Gegen eine Gebühr können Interessierte den Domschatz im Dommuseum besichtigen. Dieser befindet sich auf der Westempore, in den beiden oberen Etagen über dem Eingang der Kirche.

Grab von Kaiser Friedrich III

Im Inneren der Kathedrale verbirgt sich des Weiteren das prunkvolle Grabmal von Kaiser Friedrich III., der mit einer Regierungszeit von 53 Jahren das am längsten herrschende Oberhaupt des Heiligen Römischen Reichs war. Das beeindruckende Grabmal aus einem roten, marmorähnlichen Stein ist mit 240 Statuen verziert und gilt als ein Hauptwerk der Spätgotik.

Wissenschaftlern ist es erst neuerdings gelungen das Innere des Grabes, dem letzten unangetasteten Kaisergrab Europas, zu untersuchen, von dem gerüchteweise behauptet wurde, dass es leer sei. Die Untersuchung stellte sich als Sensationsfund heraus: Neben dem Leichnam des Kaisers, fanden die Forscher auch eine Krone, ein Zepter, ein Reichsapfel, ein Schwert, ein großes Kruzifix und mehr.

Katakomben

Besucher sollten auch keinesfalls die Katakomben unter dem Stephansdom verpassen. Diese sind nur gegen eine Gebühr und im Rahmen einer öffentlichen Führung zu besichtigen.

In der sogenannten Herzogsgruft befinden sich die Urnen der Habsburger, in denen die Eingeweiden von den Mitgliedern der Herrscherfamilie bestattet wurde. Unter anderem ruht hier der Habsburger-Herzog Rudolph IV., der Stifter, der 1359 den Grundstein für den Neubau der Kirche legte.

In dem unterirdischen Labyrinth sind aber nicht nur zahlreiche gut konservierte Gebeine und Eingeweide namhafter Habsburger beigesetzt, die gestapelten Gebeine unzähliger Pesttoten ruhen ebenfalls in der Gruft.

In der Bischofsgruft befindet sich die letzte Ruhestätte zahlreicher Wiener Kardinäle und Erzbischöfe.

Südturm „Steffl“

Südturm „Steffl“ in Vienna in Austria

Von den vier Türmen des Stephansdoms ist der Südturm mit einer Höhe von 136,44 Metern der höchste. Er dominiert die Silhouette der Stadt wie kaum ein anderes Bauwerk.

Der Aufstieg der 343 Stufen ist trotz des Aufwands in jedem Fall zu empfehlen, denn der “Steffl“ ist der beste Aussichtsturm in der Altstadt. Die Turmbesteigung führt auf eine Höhe von 72 Metern in die Türmerstube, wo Sie eine spektakuläre Aussicht über Wien genießen.

Für den Aufstieg zum Südturm wird eine Eintrittsgebühr erhoben.

Nordturm mit der Glocke Pumerin

Nordturm mit der Glocke Pumerin in Vienna in Austria

Den Nordturm des Stephandoms, auch bekannt als Adlerturm, erreichen Besucher mit einem Aufzug. Allerdings wurde der 68,3 Meter hohe Turm nie fertig gestellt. Zahlreiche Legenden ranken sich um den unfertigen Turm. Die berühmteste Legende besagt, dass der Baumeister Hans Puchsbaum zur Entstehungszeit nur ein Gehilfe war und mit dem Teufel einen Pakt schloss, um den Bau des Nordturms innerhalb eines Jahres zu vollenden.

Ein wahrscheinlicher Grund für den unvollendeten Bau ist dagegen die nahende Türkengefahr zu jener Zeit sowie wirtschaftliche Probleme.

Neben dem herrlichen Panorama erwartet Besucher des Nordturms auch die größte Kirchenglocke Österreichs: die Pummerin.

Die etwa 20 Tonnen schwere Glocke ist nicht nur die größte, sondern auch die berühmteste der 23 Glocken des Stephandoms. Zugleich ist sie die zweitgrößte freischwingende Glocke Europas. Ihren Spitznamen verdankt sie dem tiefen Klang, den man allerdings nur an hohen Feiertagen und speziellen Anlässen lauschen kann.

Interessant ist auch die Tatsache, dass die Pummerin zum Teil aus zurückgelassenen Kanonenkugeln aus der Zweiten Türkenbelagerung Wiens gegossen wurde.

Für die Fahrt mit dem Aufzug zur Pummerin in den Nordturm wird ebenfalls eine Gebühr fällig.

Konzerte im Stephansdom

Mit seiner atemberaubenden Akustik ist der Stephansdom auch Austragungsstätte grandioser Konzerte. Der Besuch eines klassischen Konzerts in einem der besten Klangräume Wiens ist für viele eine einzigartige Erfahrung.

Das aktuelle Konzertprogramm finden Sie auf der Homepage des Stephansdoms.

Messe im Stephansdom

Im Stephansdom finden regelmäßig Messen statt, denen Besucher beiwohnen können. Termine der aktuellen Messen finden Sie auf der Homepage des Stephansdoms und hier.

Geschichte

Geschichte in Vienna in Austria

Der Stephansdom blickt auf fast 700 Jahre Geschichte zurück. Die heutige romanische und gotische Form des Doms wurde weitgehend von Herzog Rudolf IV. (1339–1365) initiiert und steht auf den Fundamenten und Ruinen früherer Kirchen. Die erste urkundliche Nennung der Vorgängerbauten geht auf das Jahr 1137 zurück.

Seit 1365 ist der Steffl offiziell Domkirche. Im Jahre 1433 wurde unter Baumeister Hans Prachatitz der Südturm fertiggestellt, der zu jener Zeit der größte Kirchenturm Europas war. Knapp 20 Jahre später wurde der Grundstein für den Nordturm gelegt. Seit 1469 ist das Gotteshaus Kathedrale und somit Bischofssitz, und seit 1723 Metropolitankirche des Erzbischofs von Wien.

Im Laufe der Zeit konnte der Stephansdom zahlreichen Widrigkeiten, wie Brände, Franzosenkriege und Türkenbelagerungen, trotzen. Fast 800 Jahre überstand der Sakralbau nahezu unversehrt. Doch in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs erlebte der Dom die gewaltigste Zerstörung im Laufe seiner langen Geschichte. Nach dem verheerenden Brand, der vom 11. bis 13. April 1945 im Gotteshaus wütete, schien der Dom verloren. Zahlreiche Kunstschätze, Glocken, die Orgel, das Kaiseroratorium und das gotische Chorgestühl fielen dem Feuer zum Opfer. 

Doch die Liebe der Wiener und Wienerinnen zu seinem Wahrzeichen sorgte schnell für den Wiederaufbau des Stephansdoms. Zahlreiche Spenden garantierten die Finanzierung zum Wiederaufbau. Am 26. April 1952, nur sieben Jahre nach dem Brand, konnte der Stephansdom wieder eröffnet werden.

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